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Welche Bremse habe ich?

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Warum der Sattel zählt und nicht der Griff

Eine Scheibenbremse besteht aus zwei Teilen mit eigenen Bezeichnungen: dem Bremsgriff am Lenker und dem Bremssattel am Rad. Für Beläge ist ausschließlich der Sattel maßgeblich — er bestimmt die Belagform. Bei Shimano sieht man das an der Nummer: Griffe beginnen mit BL-, Sättel mit BR-.

Ebenso wenig hilft der Name des Rads. Was ein Hersteller verbaut, wechselt zwischen Modelljahren und Ausstattungsvarianten — und bei manchen Modellen sogar zwischen Vorder- und Hinterrad.

Wo die Bezeichnung steht

  • Shimano — seitlich am Sattel, direkt über den Belägen, beginnend mit BR-: zum Beispiel BR-M6120 (Deore), BR-M8120 (XT).
  • SRAM — der Modellname steht auf dem Sattel: Code, Guide, Level, DB8, Maven. Achte auf Zusätze wie RE oder Stealth, die gehören zum Namen und entscheiden mit.
  • Magura — meist am Bremsgriff, teils auch am Sattel: MT5, MT7, MT Trail, Louise, Gustav.

Ist der Sattel verdreckt, hilft ein Lappen mehr als eine Lampe. Die Beschriftung ist in der Regel eingeprägt oder aufgedruckt und verschwindet unter Staub fast vollständig.

Zwei oder vier Kolben?

Die zweite Angabe, die du brauchst. Die Kolben sind die runden Stempel, die von innen auf die Beläge drücken. Sichtbar sind sie von oben, im Spalt zwischen Bremsscheibe und Gehäuse — bei ausgebauten Belägen deutlich besser als mit eingebauten.

2 Kolben

Ein großer Kreis je Seite.

4 Kolben

Zwei kleinere Kreise je Seite, übereinander.

Bei Magura entscheidet allein diese Zahl über die Belagform. Bei Shimano und SRAM genügt der Modellname, die Kolbenzahl ergibt sich daraus.

Was auf der Bremsscheibe steht

Für Beläge gibt es eine zweite Bedingung, die nicht am Sattel hängt. Auf dem Ring zwischen Speichenarmen und Bremsfläche stehen:

  • der Durchmesser in Millimetern — typisch 180, 203 oder 220
  • die Mindeststärke, unter der die Scheibe getauscht gehört
  • bei manchen Scheiben „Resin Pad Only“ oder „Resin Pads Only“

Die letzte Angabe ist die wichtige: Trägt deine Scheibe sie, sind Metallbeläge ausgeschlossen — egal, was der Sattel zulässt. Findest du nichts dergleichen, lass die Frage im Finder offen; dort werden dann alle freigegebenen Beläge gezeigt und du prüfst vor dem Kauf nach.

Wenn am Sattel nichts steht

Kommt vor, besonders bei Erstausrüstungsbremsen an Komplettbikes. Dann bleibt die Ausstattungsliste deines Radherstellers zu genau deinem Modelljahr.

Nicht verlassen solltest du dich auf Sammelseiten. Für ein Rad, das wir im Detail geprüft haben, gaben gleich zwei bekannte Portale den falschen Motor und die falsche Bremsscheibenaufnahme an. Solche Seiten übernehmen Angaben aus Vorjahresmodellen, und beim Belagkauf endet das in der falschen Bestellung.

Und jetzt?

Mit Modellname und Kolbenzahl kannst du direkt nachschlagen, welche Beläge freigegeben sind — je Hersteller, weil die drei ihre Beläge nach völlig verschiedenen Merkmalen ordnen:

Weiterlesen

Bezeichnungsschemata nach den Produktseiten von Shimano, SRAM und Magura (Stand 08/2026). Angabe zur MT Thirty nach magura.com. Beispiel für fehlerhafte Sammelseiten-Angaben aus der eigenen Prüfung eines Canyon Spectral:ON CF 7 (2025).

Häufige Fragen

Wo steht die Modellnummer bei einer Shimano-Bremse?
Seitlich am Bremssattel, direkt über den Belägen. Sie beginnt immer mit „BR-“, zum Beispiel BR-M6120. Der Zusatz am Bremsgriff beginnt dagegen mit „BL-“ — der hilft dir beim Belagkauf nicht weiter, weil der Sattel über die Belagform entscheidet.
Wie erkenne ich, ob mein Bremssattel 2 oder 4 Kolben hat?
Schau von oben in den Sattel, in den Spalt zwischen Bremsscheibe und Gehäuse. Die Kolben sind die runden Stempel, die von innen auf die Beläge drücken. Siehst du je Seite einen großen Kreis, sind es zwei Kolben; siehst du je Seite zwei kleinere, sind es vier.
Was steht auf der Bremsscheibe?
Auf dem Ring zwischen Speichenarmen und Bremsfläche stehen Durchmesser in Millimetern, die Mindeststärke und je nach Hersteller die Kennzeichnung „Resin Pad Only“. Trägt die Scheibe diese Kennzeichnung, sind Metallbeläge ausgeschlossen — unabhängig davon, was der Bremssattel zulässt.
Am Sattel steht gar nichts — was jetzt?
Das kommt bei Erstausrüstungsbremsen vor. Dann hilft die Ausstattungsliste deines Radherstellers zum Modelljahr. Achtung: Sammelseiten wie 99spokes oder Testportale geben dort nachweislich falsche Angaben aus. Maßgeblich ist die Seite des Radherstellers zu genau deinem Modelljahr.
Die Bremse heißt Magura MT Thirty — welche Beläge passen?
Das lässt sich am Namen nicht beantworten. Magura schreibt selbst, dass die MT Thirty nur an Komplettfahrrädern verbaut wird und je nach Spezifikation des Fahrradherstellers 2- oder 4-Kolben-Bremssättel haben kann. Hier zählst du die Kolben.