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Wann sind die Bremsbeläge runter?

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Die Grenzwerte der drei Hersteller

Jeder Wert stammt aus dem Handbuch des jeweiligen Herstellers, die Quelle steht in jeder Zeile.

Shimano
Belag verschlissen

0,5 mm

Shimano nennt die Stärke ohne anzugeben, ob die Trägerplatte mitzählt.

Außerdem tauschen: wenn Öl an den Bremsbelägen haftet; wenn die Andruckfeder für Bremsbeläge die Bremsscheibe berührt.

Quelle
Bremsscheibe verschlissen

unter 1,5 mm

Außerdem tauschen: wenn die Aluminiumoberfläche sichtbar ist — betrifft Scheiben mit Aluminiumkern.

Quelle
SRAMPrüfen: monatlich
Belag verschlissen

3 mm oder weniger

Trägerplatte und Belagmaterial zusammen.

Quelle
Bremsscheibe verschlissen

unter dem auf der Scheibe angegebenen Mindestmaß — 1,55 mm bei 1,85-mm-Scheiben, 1,7 mm bei 2-mm-Scheiben

Außerdem tauschen: beim Wechsel des Belagmaterials.

Quelle
MaguraPrüfen: regelmäßig, häufiger bei Nässe, Schmutz und hoher Laufleistung
Belag verschlissen

geringer als 2,5 mm

Belag und Trägerplatte zusammen, an der dünnsten Stelle.

Außerdem tauschen: bei Beschädigungen wie Rissen.

Quelle
Bremsscheibe verschlissen

an einer Stelle geringer als 1,8 mm (neu: 1,8 bis 2,0 mm)

Außerdem tauschen: bei Rissen oder Verformung.

Quelle

Ohne Messschieber: Die Transportsicherung ist zugleich Verschleißlehre. Bei eingebautem Laufrad muss sie bei gezogenem Bremshebel zwischen die Trägerplatten passen. Bei ausgebauten Belägen darf der Belag an keiner Stelle in die Lehre passen.

Warum du die Zahlen nicht übertragen darfst

0,5 gegen 3 gegen 2,5 — das sieht aus wie drei Meinungen zur selben Frage. Ist es aber nicht. Die Hersteller messen Unterschiedliches.

  • SRAM schreibt ausdrücklich „Trägerplatte und Belagmaterial" — die Metallplatte zählt also mit.
  • Magura ebenso: „Stärke t (Belag + Trägerplatte) an einer Stelle geringer als 2,5 mm".
  • Shimano nennt nur „auf eine Stärke von 0,5 mm abgeschliffen" und sagt nicht dazu, worauf sich das Maß bezieht.

Die praktische Folge hat zwei Richtungen, und nur eine davon ist harmlos. Wer die SRAM-Zahl an Shimano-Beläge anlegt, tauscht zu früh und verschenkt Geld. Wer Shimanos 0,5 mm an eine SRAM- oder Magura-Bremse anlegt, fährt auf Belägen weiter, die deren Hersteller längst als verschlissen führt. Das ist die Richtung, die wehtut.

Deshalb gilt: Nimm die Zahl deines Herstellers, nicht die aus dem erstbesten Forenbeitrag. Welcher das ist, steht am Bremssattel — hier steht, wo du nachschaust.

Dick genug und trotzdem hinüber

Die Stärke ist nicht das einzige Kriterium. Shimano nennt zwei weitere Fälle, die unabhängig vom Restmaterial zum Tausch führen:

  • Öl am Belag. Auswaschen funktioniert nicht — organisches Belagmaterial saugt sich voll. Ein ölverschmutzter Belag gehört ersetzt.
  • Die Andruckfeder berührt die Bremsscheibe. Das ist der Moment, in dem nicht mehr der Belag bremst, sondern Metall auf Metall läuft.

Magura nennt zusätzlich Risse und Beschädigungen — an Belägen wie an Scheiben.

Wann die Scheibe mit muss

Beläge und Scheibe verschleißen zusammen, werden aber selten zusammen getauscht. Zwei Herstellerangaben sind dabei wichtig:

SRAM verlangt neue Scheiben beim Wechsel des Belagmaterials. Wer von organisch auf gesintert wechselt oder umgekehrt, soll laut SRAM die Scheiben mit tauschen und neu einbremsen — auf der alten Scheibe sitzt noch Material des vorherigen Belags.

Das Mindestmaß steht auf der Scheibe. Bei allen drei Herstellern. Bei SRAM ist es sogar die einzig verlässliche Angabe, weil der Grenzwert vom Neuzustand abhängt: 1,55 mm bei ursprünglich 1,85 mm, 1,7 mm bei 2 mm.

Was das am E-MTB bedeutet

SRAM nennt als Intervall monatlich, Magura sagt regelmäßig und ausdrücklich häufiger bei Nässe, Schmutz und hoher Laufleistung. Am E-MTB ist Letzteres der realistischere Maßstab: Systemgewicht und Geschwindigkeit erzeugen mehr Wärme und mehr Abrieb als am unmotorisierten Rad, und die Laufleistung ist bei gleicher Zeit deutlich höher.

Wer regelmäßig im Nassen fährt, sollte also nicht auf den Kalender schauen, sondern auf die Beläge — und beide Sättel prüfen, nicht nur den vorderen.

Beläge sind fällig — welche passen?

Steht das Ergebnis fest, kommt die zweite Frage: welcher Belag überhaupt an deinen Sattel darf. Das ist bei jedem Hersteller anders geregelt:

Weiterlesen

Grenzwerte nach Shimano Dealer's Manual DM-MBDBR01 (Hydraulische Scheibenbremse), SRAM MTB Disc Brakes and Shifters User Manual sowie MAGURA MT Benutzerhandbuch (Stand 08/2026). Abgerufen am 16. August 2026.

Häufige Fragen

Ab wann sind Bremsbeläge verschlissen?
Das hängt vom Hersteller ab, und die Zahlen sind nicht vergleichbar. Shimano nennt 0,5 mm. SRAM führt Beläge ab 3 mm als verschlissen, misst dabei aber Trägerplatte und Belagmaterial zusammen. Magura nennt 2,5 mm, ebenfalls für Belag plus Trägerplatte. Wer die eine Zahl auf die andere Marke anwendet, liegt zwangsläufig falsch.
Wie messe ich die Belagstärke ohne Werkzeug?
Bei Magura geht es ohne Messschieber: Die Transportsicherung, die beim Kauf zwischen den Belägen steckt, ist zugleich eine Verschleißlehre. Bei eingebautem Laufrad muss sie bei gezogenem Bremshebel zwischen die Trägerplatten passen; bei ausgebauten Belägen darf der Belag an keiner Stelle in die Lehre passen. Shimano und SRAM nennen keine vergleichbare Methode.
Woran erkenne ich eine verschlissene Bremsscheibe?
An der Stärke. Shimano gibt 1,5 mm als Untergrenze an, Magura 1,8 mm. SRAM macht es vom Neuzustand abhängig: 1,55 mm bei ursprünglich 1,85 mm starken Scheiben und 1,7 mm bei 2 mm starken. Das Mindestmaß steht bei allen dreien auf der Scheibe selbst.
Muss ich Beläge auch tauschen, wenn sie noch dick genug sind?
Ja, in mehreren Fällen. Shimano nennt ausdrücklich Öl am Belag und den Fall, dass die Andruckfeder die Bremsscheibe berührt. Magura nennt Risse und Beschädigungen. Öl lässt sich nicht auswaschen — ein ölverschmutzter Belag gehört ersetzt, egal wie viel Material noch da ist.
Wie oft sollte ich die Beläge kontrollieren?
SRAM nennt als einziger ein festes Intervall: monatlich. Magura sagt regelmäßig und ausdrücklich häufiger bei Nässe, Schmutz und hoher Laufleistung. Am E-MTB ist das der realistischere Maßstab, weil Systemgewicht und Tempo mehr Verschleiß erzeugen als am unmotorisierten Rad.